Die EM ist dieses Jahr schon irgendwie komisch. Das meine ich nicht negativ. Die Stimmung ist einfach anders als sonst. Vielleicht ist Ihnen das auch schon aufgefallen.

Ich glaube ja, dass die EM ein Spiegelbild dessen ist, was gerade in der Welt passiert. Keine so ausgelassene Feierlaune, weil jeder im Hinterkopf hat, dass etwas passieren könnte. Und gleichzeitig rücken die Leute näher zusammen.

Mehr Respect für alle

Eines von vielen Beispielen sind die überragenden Schiedsrichterleistungen bisher. Die Unparteiischen kommunizieren und erklären viel mehr als sonst. Und auch die Spieler sind solidarischer. Klar, im Match gehen sie hart miteinander um, sie wollen ja schließlich gewinnen. Aber wenn ein Spieler am Boden liegt, wird der Ball schneller ins Aus gespielt, damit er behandelt werden kann. Die gegnerische Mannschaften umarmen sich zum Teil nach dem Spiel, tauschen ihre Trikots und lassen sich gegenseitig aus ihren Flaschen trinken. #jederfuerjeden eben.

Ja, ich sehe da echte Verbundenheit auf dem Platz. Ich habe den Eindruck, dass da mehr Respekt ist – so wie es die offizielle UEFA-Kampagne fordert.

Positive Energie ist ansteckend

Und das Beste: Nicht nur die Spieler zeigen mehr Respekt, sondern auch die Fans. Das Paradebeispiel waren wohl die Nordiren. Es ging ja sogar durch die Medien, wie toll sie sich verhalten – haben einem Baby in der U-Bahn ein Schlaflied gesungen und einem Wildfremden dabei geholfen, den Autoreifen zu wechseln. Das finde ich großartig! Sie feiern, sind respektvoll und erfreuen sich am Fußball. Wie auch die Belgier, die selbst nach der Nationalhymne der Ungarn klatschten.

Stellen Sie sich einmal vor, jede Fangemeinde würde so abgehen. Wie cool wäre das denn? Und wie toll wäre es, wenn diese positive Energie auch bei anderen Fans ankommen würde, auf sie überstrahlt? Dann wäre die Welt gleich ein bisschen besserer Ort mit mehr Zusammenhalt.

Trikottausch im Alltag

Nun bin ich nicht blauäugig. Natürlich wird es immer irgendwelche Hooligans geben, die meinen, sich die Köpfe einschlagen zu müssen. Das kriegen Sie nicht raus und da braucht sich jetzt keiner hervortun: So eine Fraktion hat fast jeder Club. Ich glaube aber fest daran: Wenn genügend positive Energie da ist, kriegen diese Rowdies gar nicht die große Macht. Und ich meine damit nicht nur im Fußball.

Also machen Sie doch mal Trikottausch im Alltag. Bieten Sie Ihrem Nachbarn auf der Parkbank beispielsweise etwas Wasser an oder verhalten Sie sich sonst partnerschaftlich. Denn ich wünsche mir, dass das, was ich bei der EM beobachte – der Respekt, das Zusammenrücken, die Verbundenheit – sich auch nach der EM fortsetzt.

Was können Sie heute dafür tun?

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