Grandios war sie, die Vierschanzentournee. Ich habe das Duell zwischen Peter Prevc und Severin Freund genossen. Nun ist sie vorbei und während ich mich nochmal an die tollen Bilder der fliegenden Skispringer erinnere, ist mir noch eine andere Persönlichkeit aufgefallen, die neben den Protagonisten eher eine Nebenrolle spielte. Das ist Nick Fairall.

Er war bei der Qualifikation vor einem Jahr schwer gestürzt und hatte sich dabei einen Lendenwirbel gebrochen. In einem Interview sagte er: „Als ich die Ersthelfer gebeten habe, mir die Sprungschuhe auszuziehen und sie sagten, dass wäre längst passiert, da war mir klar, dass irgendetwas Schlimmes passiert ist.“ Seine Vorahnung war richtig. Er ist seit diesem Sturz querschnittsgelähmt. Was für ein schreckliches Schicksal, sich nicht mehr bewegen zu können. Und für ihn als Spitzensportler – einen Mensch, dessen ganzes Leben sich um Bewegung dreht – umso mehr.

Voller Tatendrang

Da war ich begeistert, zu hören, dass seine Springerkollegen zusammenlegten, um die teuren Reha-Maßnahmen zu finanzieren. Eine tolle Gemeinschaftsleistung, die hier durch ein schweres Schicksal ausgelöst wurde. Nick Fairall ist dankbar für diese Hilfe und die Chance, dass er noch lebt und etwas erreichen kann.

Inzwischen kann er seine Beine wieder etwas spüren und bewegen. Und er hat ein Ziel: Er will wieder springen. Für dieses Ziel tut er alles. Wer fliegen will, der fliegt – eines Tages. Wenn Sie die Chance haben, etwas Tolles zu machen, wären Sie doch dumm, wenn Sie es nicht täten oder zumindest versuchten.

Der Schlüssel zu diesem Tun sind Wille und Mut. Der Wille, es zu tun, und der Mut, die harte Arbeit, die Risiken und das mögliche Scheitern zu (er)tragen. Nick Fairall hat offensichtlich diese Einstellung: Er lächelt und lacht immer und freut sich über jeden Tag seines im Moment sehr eingeschränkten Lebens.

Dankbarkeit und Freude

Und vielleicht haben Sie ja nun den gleichen Gedanken, den auch ich hatte: Unglaublich, was dieser Mann alles mobilisiert, um seinem scheinbar so weit entfernten Ziel näher zu kommen und das sollten auch Sie tun, um Ihre Ziele zu erreichen: dankbar sein, am Leben zu sein und eine Chance zu haben, etwas zu tun; Freude empfinden an dem, was getan werden kann und was Ihnen im Leben begegnet; den Willen zeigen, ein großes Ziel zu erreichen, und den Mut aufbringen, es zu versuchen.

Dabei sollte Ihnen eins immer klar sein: Auch wenn das alles zusammen kommt und Sie alle Kräfte mobilisieren, um Ihr Ziel zu erreichen, ist ein Scheitern trotzdem nicht ausgeschlossen. Ich weiß das aus eigener Erfahrung: Meine Sportkarriere wurde ebenfalls durch eine Verletzung unterbrochen und mir gelang die Rückkehr nicht. Ich musste mich wohl oder übel umorientieren und neue Ziele ins Auge fassen. Heute bin ich dankbar für diese Wendung, die mein Leben komplett verändert hat.

Im eigenen Lebensrhythmus

Egal, welches Ziel Sie letztlich wählen, lassen Sie sich nicht reinreden, wie und auf welchem Weg Sie es erreichen. Bleiben Sie in Ihrem eigenen Lebensrhythmus und tun Sie es auf Ihre Weise. Sonst laufen Sie Gefahr, sich zu verausgaben und so würde Ihr Ziel wieder in weitere Ferne rücken.

Klingt das nach viel? Ziel, Dankbarkeit, Freude, Mut, Wille und auch noch ein eigener Rhythmus? Keine Angst. Es ist viel einfacher, als es klingt. Wenn Sie erstmal damit angefangen haben, kommt vieles von ganz allein. Denn wer fliegen will, der fliegt.

Sie können es! Ihr Takeoff ist jetzt!

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