Wenn der Senior mit dem Junior in der Firma steckt, brauchen beide eine Menge Respekt, damit es nicht rumst. Der konfliktfreie Umgang zwischen jungen und älteren Mitarbeitern eines Unternehmens ist großartig, wenn er funktioniert. Mit einer wichtigen Grundregel klappt das.

Von alten Hasen und Grünschnäbel

„Wie bringe ich Alt und Jung erfolgreich zusammen?“ Das ist aktuell eine große Herausforderung für viele Firmen. Wenn Mitarbeiter verschiedener Generationen harmonisch miteinander arbeiten sollen, treffen unweigerlich unterschiedliche Grundhaltungen aufeinander.

Die Älteren mussten durch eine harte Schule gehen und den Aufstieg der Firma miterkämpfen. Die nachfolgenden Generationen dagegen wuchsen recht mühelos ins Unternehmen hinein, als „der Laden schon lief“. Dennoch verfügen sie oft schon in jungen Jahren über ein hohes Selbstbewusstsein und so treten sie auch auf. „Boah, was nimmt der sich raus?!“, ist folglich schon mal die Reaktion der alten Hasen. „Dabei ist der noch grün hinter den Ohren!“ Ich hingegen habe vor den heutigen Schul- und Uniabgängern vielmehr Respekt: „Toll, so selbstbewusst war ich in dem Alter noch nicht!“ Und mit dieser Haltung bin ich zum Glück nicht der Einzige.

Denn Generationen kommen nur dann zusammen, wenn sie sich gegenseitig mit Verständnis und Respekt begegnen. Für die typische Pionierfreude junger Leute braucht es Verständnis – vor der Lebenserfahrung der älteren Mitarbeiter ist Respekt angebracht. Mit dieser Grundregel können auch Kollegen zusammenfinden, die viele Lebensjahre trennen.

Abgrenzung durch Respekt auflösen

Wenn der Umgang miteinander von Respekt geprägt ist, kann daraus Großartiges entstehen. In einem meiner Seminare nahm einmal ein Vater teil, der seinen Sohn zum Führungsnachfolger gemacht hatte. Der Senior war unternehmerisch traditionell eingestellt, der Junior hingegen infiziert von modernen Management- und Leadership-Konzepten. Aufeinandergeprallt sind diese beiden konträren Führungsstile deshalb nicht, weil der Respekt von beiden Seiten stimmte.

Der Vater erkannte an, dass sich die Welt der Führung stark verändert hat. Seine Position als Alphatier behielt er dennoch bei, indem er seinem Sohn Tipps gab. Nicht zum Führungsstil, sondern zur konsequenten Umsetzung von Projekten und Zielen, wovon der Senior eine Menge verstand. Ein geniales Beispiel dafür, wie sich unterschiedliche Generationen durch Respekt bestens ergänzen.

Das Abenteuer unterschiedlicher Generationen

Dem natürlichen Sturm und Drang junger Menschen sollten Sie sich auf keinen Fall verschließen, finde ich. Ich erlebe in meinen Seminaren nämlich oft, dass ältere Mitarbeiter sich verweigern, das anzunehmen, was die „Neuen“ ins Unternehmen einbringen. Sie reagieren mit heftigem Widerstand, wenn die Neuen Medien ins Spiel kommen und Prozesse stärker digital ablaufen. Dabei kann es doch so spannend sein, sich darauf einzulassen.

Am besten klappt das durch wechselseitigen Respekt der Generationen. Das beginnt bereits mit der richtigen Wortwahl. Zum Beispiel ist es despektierlich, jungen Mitarbeitern gegenüber als Ansprechweise „junger Mann“ oder „junge Frau“ zu verwenden, und kommt einfach nicht gut an. Andersherum sollten die Jungen immer darauf achten, ihre frischen Ideen nicht zu forsch durchsetzen zu wollen. Ein gesunder Respekt vor den vielen Jahren an Lebens- und Berufserfahrung der älteren Menschen im Betrieb gehört eindeutig dazu.

Wenn Sie sich auf das Abenteuer unterschiedlicher Generationen im Unternehmen einlassen, dürfen Sie auf einen wertvollen Mix aus Tradition und Erfahrung einerseits und frischem Wind und modernen Ansätzen andererseits gespannt sein. Haben Sie vor beiden Seiten Respekt – das ist ganz klar die beste Basis für Jung und Alt unter einem Dach.

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