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duzen

„Schießen Sie endlich, Herr Ronaldo, schießen Sie!“

Ich muss schon lachen, während ich diese Zeile tippe. Wie urkomisch klingt das denn, wenn Sie mit einem Bier vorm Fernseher sitzen, Fußball gucken und dabei Cristiano Ronaldo siezen würden? Beim Sport ist das kumpelhafte Duzen einfach völlig normal – sei es nun durch den Flachbildschirm hindurch oder im direkten Austausch. Mir wäre es im Traum nie eingefallen, einen der VfB-Jungs von früher zu siezen.

Tatsächlich bin ich auch abseits des Rasens ein großer Fan des Du geworden. Ich nehme Sie heute also mit auf eine Reise hin zum Du – und wenn wir schon dabei sind: Duzen wir uns für diesen Beitrag doch einfach mal.

Du! Hey, du!

Würdest du nämlich zum Beispiel an einem Seminar oder einem Workshop bei mir teilnehmen, würden wir früher oder später sowieso beim Duzen landen. Nicht weil ich deine professionelle Distanz angreifen möchte oder mich zum besten Freund hochschaukeln würde, nein. Ich kann sogar die Leute verstehen, die sagen: In manchen Situationen gehört sich das Duzen nicht! Aber dann kommt eben – naja, mein Aber!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Du in vielen Fällen das bessere Sie ist.

Gerade nach einem Seminar, wenn eine gewisse Vertrauensbasis da ist und ich mit dir auf einer sehr persönlichen Ebene kommuniziere. Letztens kam zum Beispiel ein Teilnehmer meines Wirkungsseminars auf mich zu und fragte mich, wie er authentisch bleiben könne. Es ging nicht lange, da rutschte mir ein „Stell dir also mal vor …“ über die Lippen. Weil ich es total schräg fände, etwas derart Persönliches im Sie zu besprechen.

Auf dem nächsten Level

Negativ ausgelegt hat mir das Duzen bis heute nicht ein einziger Gesprächspartner. Aber irritiert, ja, das waren manche bestimmt. Ich habe es ihnen in ihrer Gestik und Mimik angesehen. Denn einen Nachteil hat mein schnelles Du im direkten Kontakt natürlich: Mein Gegenüber muss sich nun umgekehrt fragen, wie es mich ansprechen soll. Duzen wir uns? Siezen wir uns?

Da muss ich ehrlich sagen: So viel Entscheidungsgewalt traue ich meinen Gesprächspartnern gerade noch zu. 😉

Mir ist ein gutes Du, das uns näher zusammenbringt und uns auf ein neues Kommunikationslevel hebt, tausendmal wichtiger als die distanzierte Form zu wahren.

Was meinst du?

Dazu musst du wissen, dass ich nie pauschal mit jedem ins Du gehen würde, der mir so vor die Füße springt. Ein bisschen Menschengespür gehört zum Duzen schon dazu. Denn vielleicht legt der Professor Doktor einer großen Firma immensen Wert darauf, distanziert und analytisch mit mir zu sprechen. Dann sehe ich mich sicher nicht als Heilsbringer und Bekehrer zum Duzen.

Solange jedoch dieses Gespür für die andere Person vorgeschaltet ist, wage ich zu behaupten: Das Ergebnis des Duzens ist immer positiv.

Oder was meinst du?

PS: Auch Nachrichten an „Herrn Reutter“ sind natürlich willkommen, wenn Sie sich damit wohler fühlen

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