Leicht lebt sich’s besser

Allgemein
Elefant schwebt an Luftballons durch blauen Himmel

 

„Ist der Ruf erst ruiniert, so lebt sich’s leicht und ungeniert …“ – ja, das wäre es doch. Dann leben Sie leicht und unbeschwert in den Tag hinein.  

Oder doch nicht? Vielleicht ist in dem „Besser-leben-Cocktail“ doch weniger von der Zutat „Nach mir die Sintflut“ drin, als dieser Spruch anklingen lässt. Ich denke: Sie brauchen Ihren guten Ruf nicht aufs Spiel setzen, um leichter zu leben. Um besser zu leben. Sparen Sie sich die Katerstimmung, setzen Sie auf einen leichten Genuss.

Für Ihren persönlichen „Besser-leben-Cocktail“ möchte ich Ihnen eine andere Rezeptur vorschlagen.

Vor Freude strahlen

Ein Psychologenteam der finnischen Aalto Universität unter der Leitung von Lauri Nummenmaa hat ein einfaches Computerexperiment durchgeführt mit 700 Freiwilligen. Er hat herausgefunden, dass wir Emotionen in bestimmten Körperregionen verorten und sie auch dort empfinden. In diesem Experiment wurden grundlegende Emotionen (Psychologen sprechen von Basisemotionen, wie zum Beispiel Wut und Trauer und komplexere Emotionen, wie zum Beispiel Liebe und Stolz) genauer unter die Lupe genommen und festgestellt: Unsere Gefühle spiegeln sich auch in körperlichen Wahrnehmungen wider: Angst tut uns weh, Freude löst im ganzen Körper positive Aktivität aus.

Überraschend war für mich, dass dies über verschiedene Kulturen hinweg gleich war. Ich will mal exemplarisch zwei Emotionen genauer darstellen: Freude und Depression:

Freude löst im ganzen Körper Aktivität aus, während Depression den gegenteiligen Effekt hat: Es dämpft unsere Gefühle. Und unsere Aktivität im Körper ist extrem herabgesetzt. Es ist eine Art Kältegefühl, eigentlich ein Erstarren. 

Das Ergebnis zeigt, dass unser emotionales System im Gehirn Signale an den Körper sendet. Das Nervensystem erhöht den Sauerstoff in den Muskeln und erhöht die Herzfrequenz, so dass wir mit Herausforderungen umgehen können. Das ist ein völlig automatisiertes System. Wir müssen nicht darüber nachdenken.

Das Spannende für mich ist, dass der Mensch in der Freude am meisten bei sich ist. Der Mensch spürt sich in der Freude am meisten. Er kann in der Freude auch andere Menschen inspirieren.

Und das finde ich das wirklich Krasse an diesem Experiment.

Freude ist also die Hauptzutat Ihres „Besser-leben-Cocktails“: Wenn Sie Freude allein nur denken, den Gedanken „Freude“ wirklich ganz an sich heranlassen, dann löst das in Ihrem Körper eine Aktivität aus. Denken Sie Freude, dann bringen Sie sich in einen freudigen Zustand.

Leichter leben

Wenn das so einfach ist, warum machen das nicht schon viel mehr Menschen? Weil wir verlernt haben, was für uns Freude bedeutet, wirklich zu denken und ihr Raum zu geben.

Der Fokus vieler Menschen ist eben nicht auf die Freude gerichtet, sondern auf das, was schiefläuft. Auf das, was nicht gut in ihrem Leben ist oder nicht gut an dem, was ihnen begegnet: Das Leben ist schwer, weil es so viele Probleme gibt: Corona, Krieg, beruflicher Stress, Stress in der Beziehung. Das Leben ist schwer, weil Sie sich selbst Stress machen, weil Ihre Ansprüche an Sie selbst vielleicht so hoch sind oder Sie die Ansprüche anderer an Sie so ernst nehmen. Das Leben ist schwer, weil dieser oder jener es Ihnen schwer macht.

Diese Fokussierung auf die Dinge, die schwer und ohne Freude sind, sorgt dafür, dass Sie „Freude“ nicht wirklich denken und empfinden können. Die Kunst besteht nun darin, diesen Fokus zu ändern. Diesen inneren Switch hinzubekommen, für den es schon Übung braucht [Hier geht es zu meinem Seminar „Lebenskunst lernen“].

Was ich unter Lebenskunst verstehe, bedeutet: zu erkennen, was mir mein Leben schwer macht – und zu erkennen, was kann ich aus einer solchen Situation an Freude für mich herausziehen.

Entwicklung macht Freude

Ich bin mir sicher: Alles, was uns im Leben begegnet, geschieht für uns und für unsere Entwicklung, auch wenn es manchmal nicht danach aussieht. Und deswegen ist auch unser Kopf, wie ich es gerne sage, rund: Damit wir die Richtung ändern können.

Der Fokus auf die Entwicklung, auf das, was Sie heute vielleicht besser machen, als gestern, auf das, für das Sie dankbar sein können in einer Situation, sorgt eben für eine Entwicklung, die Freude macht. 

Lassen Sie diese Freude zu, denken Sie bei allem, was Ihnen widerfährt, was sich daran in Freude ausdrücken lässt – Freude, dass Sie leben, dass Sie sich entwickeln, dann werden Sie Ihr Leben als leichter empfinden. Dann werden Sie erleben, dass schon diese Grundzutat für einen prickelnden „Besser-leben-Cocktail“ sorgt. Was noch hineinkommt in diesen Cocktail? Davon erzähle ich Ihnen in den folgenden Blogs.

Ihr

Stefan Reutter

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