Schalt doch mal ab!

Glaubwürdigkeit
Abschalten

Vor wenigen Wochen verbrachte ich einige Tage in einem sehr schönen Hotel in Meran: Ausgestattet mit einer einladenden Wellness-Ecke, die keine Wünsche offen ließ und einem überaus modern ausgestatteten Arbeitsbereich – alles mit den neusten Apple-Geräten. Während ich mich auf den Wellnessbereich konzentrierte und die Annehmlichkeiten des Hotels genoss, beobachtete ich einen Mann, der sich tagaus, tagein in der Arbeitsecke aufhielt. Nur kurz unterbrochen durch eine Schwimmbahn dann und wann – und das ganze vier Tage lang!

Als ich abends zum Essen ging, sah ich ihn wieder – mit seiner Frau und den Kindern. Ich war total geschockt! Er war augenscheinlich mit seiner Familie im Urlaub, arbeitete aber jeden Tag durch. Kein Wunder, dass seine Frau genervt dreinblickte und die Kinder enttäuscht waren, dass Papa nicht mit ihnen spielen wollte …

Vielleicht kennen Sie das: Sie wollen endlich mal abschalten und entspannen, doch dann kommt Ihnen immer wieder die Arbeit dazwischen. 

Und die kann doch nicht warten, oder?

Keine Zeit!

Solche Szenarien beobachte ich oft. Sicherlich hatte der Vater seiner Familie vor dem Urlaub versprochen, viel zu unternehmen, gemeinsam Ausflüge zu machen. Doch dann kam ihm die Realität dazwischen. Und wieder einmal konnte er nicht abschalten. 

Manchmal habe ich das Gefühl, dass viele Menschen Angst vorm Abschalten haben. Angst, nichts mehr von der Welt um sich herum mitzubekommen, wichtige Ereignisse zu verpassen. Und im Beruf vor allem die Angst, nicht mehr im Spiel zu sein, den anderen das Feld überlassen zu müssen. Doch das tut ihnen nicht gut …

Abschalten für Anfänger

Überall zu sein ist nicht entspannungsfördernd. Im Gegenteil: Es setzt Sie ständig unter Druck, agieren und präsent sein zu müssen. In dieser Situation spannt sich eine Schere auf zwischen dem, was Sie sagen und dem, was Sie tun: Sie wirken inkonsequent und unglaubwürdig. 

Wenn ich den Mann aus dem Hotel fragen würde: „Was ist Ihnen wichtiger, die Arbeit oder die Familie?“, würde er sicher die Familie nennen. Aber sein Verhalten sagt etwas ganz anderes. 

Und hier liegt der Kern des Problems: Er handelt auch sich selbst gegenüber unglaubwürdig, er macht sich etwas vor. Er müsste sagen, was ihm wirklich wichtig ist, wie die Reihenfolge seiner Prioritäten tatsächlich aussieht. Wenn er sich dessen bewusst ist, wird es Zeit für eine Entscheidung …

Entscheiden Sie sich!

Ich habe die Erfahrung gemacht, das nicht getroffene Entscheidungen immer zu Problemen führen. Wie bei dem Geschäftsmann im Hotel. Abschalten oder Urlaub – er will beides haben, aber das geht nicht, wie die Realität beweist. Also muss er konsequent sein, auch aus Fairness seiner Familie gegenüber. Wenn er auch im Urlaub die ganze Zeit arbeiten muss, sollte er ihn besser absagen oder verschieben. 

Ich kann Ihnen nur raten, die Entscheidung zum Abschalten zu treffen und auch dazu zu stehen. So können Sie Kraft tanken und sind wieder fit für neue Aufgaben. Und es gibt noch einen Benefit: Ihre Familie wird sich freuen!

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