Wie Sie die Angst loslassen und Vertrauen finden

Sicherheit
Vertrauen, Stefan Reutter, Angst, Kinder, Tracking

Letztens habe ich im Auto eine Sendung im SWR3 über Eltern gehört, die ihre Kinder tracken. Ich saß komplett fassungslos da und habe zugehört, wie diese Eltern erklären, dass sie gerne die Sicherheit haben, zu wissen, wo ihre Kinder gerade sind, und sie deswegen tracken. Ich lasse es mir ja noch gefallen, wenn Sie Ihren Hund tracken, im Fall dass er abhaut, aber Ihre Kinder tracken? Hinter diesem Hang zu Sicherheit sehe ich ein massives Problem …

Unser Bedürfnis nach Sicherheit

Ich merke immer wieder, wie unsere Gesellschaft scheinbar besessen ihrem Sicherheitsbedürfnis hinterherrennt. Oft spreche ich zum Beispiel mit jungen Menschen Anfang zwanzig und frage sie, was sie mit ihrem Leben machen wollen. Egal, wie gut ihre Pläne und Ideen für die Zukunft sind, sie schieben immer gleich alle ihre Sorgen nach: „Wer weiß, was mir morgen passiert? Ich kann doch heute nicht alles riskieren!“

Woher kommt dieses Sicherheitsbedürfnis? Ich glaube, dahinter steht der Wunsch, das Leben kontrollieren zu wollen. Wem das Vertrauen in sich selbst und in die Umwelt fehlt, der trackt seine Kinder, plant sein Leben so risikofrei, wie es nur geht, und versucht so, all das, was er nicht bestimmen und entscheiden kann, aus dem Weg zu schaffen.

Dabei ist ihnen gar nicht klar, was ihre Angst für sie und ihre Chancen bedeutet. 

Vertrauen Sie sich

Ich rate Ihnen, die Kontrolle loszulassen. Gehen Sie auch mal Risiken ein! Das ist am Anfang sicher etwas unheimlich. Aber trainieren Sie es sich an, in unsichere Gewässer zu gehen. Machen Sie das ruhig ganz überlegt und mit Vernunft. Aber schalten Sie die Stimme ab, die immer nur negativ und vorsichtig ist. 

Was Sie dadurch fördern, ist Ihre Chance auf Erfolg und Selbstbestimmung: Wenn Sie eine gute Idee haben – sei es für ein Unternehmen, das Sie gründen möchten, oder ein Projekt, das Sie Ihrem Chef vorstellen wollen – dann trauen Sie sich! Überlegen Sie ruhig, welche Probleme auf Sie zukommen könnten und wie Sie diese lösen wollen. Aber lassen Sie sich nicht von möglichen Hindernissen den Weg verbauen. 

Ich selbst habe mich mit Ende zwanzig selbstständig gemacht. Damit habe ich mich erst einmal komplett in die Unsicherheit begeben. Dabei habe ich mich davon leiten lassen, dass ich überzeugt war von dem, was ich vorhatte. Und weil ich mir dachte: Entweder das klappt oder ich werde eine ganze Menge lernen. 

Nur mit Erfahrungen entwickeln Sie sich weiter

Denn eins weiß ich ganz genau: Durchdachte Erfahrung ist nicht gleich gemachte Erfahrung! Alle Risiken zu bedenken und sich von diesen Gedanken leiten zu lassen, das bringt Ihnen und Ihrer Entwicklung weitaus weniger, als echte Erfahrungen zu machen. 

Auch in der Familie sollten Sie sich nicht zu sehr von Ihrer Kontrolllust steuern lassen. Zeigen Sie Ihren Kindern lieber, dass Sie ihnen vertrauen. Dass Sie Ihnen etwas zutrauen. Hin und wieder mag das vielleicht auch mal schiefgehen. Aber Sie machen Ihren Kindern damit ein großes Geschenk! 

Geben Sie also mal die Fäden aus der Hand und bringen Sie Ihren Kindern lieber bei, sich selbst und der Welt zu vertrauen und auch mal lernen, mit Unsicherheiten umgehen zu können.  Ich kann Ihnen ganz ohne Tracking versichern, dass sich das lohnt. 😉

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

[…] unsere Familie zusammenkommt, finde ich ganz wichtig. Weil wir es gerne tun. Schlimm finde ich es jedoch, wenn […]

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren

Menü